
Zum ersten Mal durfte ich dieses Jahr bei der Berliner re:publica, Europas größter Konferenz zur digitalen Gesellschaft, auf Stage 1 vortragen. Gemeinsam mit der Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura habe ich zum Thema “Ganz normale Medien und ihr Beitrag zum Comeback des Faschismus” gesprochen. Aus der Ankündigung des Vortrags:
Das ist keine Übung. Der Vormarsch neofaschistischer Ideen und Parteien ist real. Ermöglicht und mitbefeuert hat diesen Vormarsch ganz normaler Journalismus in ganz normalen Medien – mit vermeintlich neutralem Blick und falscher Objektivität.
Autoritäre und neofaschistische Kräfte profitieren weltweit von einer Doppelstrategie: Einerseits setzen sie seit Jahren auf neue Digitalplattformen, um Menschen direkt zu erreichen – und profitieren dort von deren Algorithmen. Andererseits profitieren sie aber auch von ganz normalem Journalismus in ganz normalen Medien und deren “Algorithmen”: falsche Ausgewogenheit, falsche Gleichsetzung, falsche Dilemmata, Doppelstandards, Mikrofonständerjournalismus und viele weitere Standardsituationen des Medienversagens mehr.
Entscheidend ist dabei, dass diese nicht Ausnahme- sondern Regelfall von normalem, sich als möglichst ‘neutral’ oder ‘objektiv’ verstehendem Journalismus sind. Es ist nicht nur der ‘Boulevard’, es sind nicht nur Axel-Springer- und Newscorp-Medien. Sondern es sind dominante Medienlogiken bis tief hinein in den Qualitätsjournalismus, die sie zu hilflosen Helfern und damit aktiven Ermöglichern neofaschistischer Kommunikationsstrategien und Raumnahme machen.
Die zentrale Ableitung unseres Vortrags: Journalism-as-usual muss enden. Medien ohne klare, antifaschistische Ausrichtung sind Teil des Problems und nicht der Lösung.
Außerdem habe ich mit Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei & Minister für Digitalisierung und Medienpolitik des Landes Schleswig-Holstein, ein Podiumsgespräch zum Thema “Bye-bye Big Tech: Schleswig-Holsteins Ausbruch in die digitale Souveränität” geführt. Auch hier ist die Aufzeichnung bereits verfügbar.
Außerdem habe ich noch gemeinsam mit Beate Bäumer, Rundfunkrätin im NDR, ein Treffen für Mitglieder öffentlich-rechtlicher Aufsichtsgremien organisiert, um Beispiele für Good-Gremien-Practice auszutauschen – und durfte gemeinsam mit re:publica-Mitgründer Andreas Gebhart noch einmal die frohe Kunde von der ersten re:publica Vienna von 2.-3. Oktober 2026 verkünden. Der Call for Participation dafür startet am 27. Mai, wir freuen uns auf viele Einreichungen.