Neuer KZfSS-Artikel: “Wie offen sind ‘offene’ Online-Gemeinschaften? Inklusion, Exklusion und die Ambivalenz von Schließungen”

“Wie offen sind ‘offene’ Online-Gemeinschaften?” fragen meine Schwester Laura und ich in unserem kürzlich in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie veröffentlichten Artikel. Selbst kommerzielle Plattformen wie Facebook, Twitter oder YouTube sind, verglichen mit traditionellen Medien, offen, weil sie Filterlogiken traditioneller Medien zumindest partiell umkehren. Sie ermöglichen verschiedenen Formen von Gemeinschaftsbildung. Manche dieser Gemeinschaften setzen bewusst auf Exklusivität (z.B. geschlossene FB-Gruppen), andere setzen auf mehr oder weniger stark offenheitsorientierte Zugangsregeln, verschreiben sich also einer Offenheitsprogrammatik (z.B. im Kontext von Open Source, Open Strategy oder Open Data).

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Panel beim Journalismusfest Innsbruck: “Blogs, Wikis & Co – Zwischen journalistischer Prekarität und Glaubwürdigkeit”

Von 13. bis 15. Mai 2022 findet das Journalismusfest Innsbruck statt und ich freue mich außerordentlich, ein Panel gemeinsam mit Markus Beckedahl, Gründer und langjähriger Chefredakteur des Blogs netzpolitik.org, sowie Claudia Garád, Geschäftsführerin von Wikimedia Österreich, moderieren zu dürfen. Aus der Ankündigung:

Blogs, Wikis oder Videoportale wie YouTube oder TikTok übernehmen mittlerweile journalistische Funktionen und definieren diese teils neu. Der Blog netzpolitik.org etwa publiziert immer wieder tiefergehende Recherchen. Wikipedia bringt auch zu strittigen Themen aktuelle und oft quellenkritisch geprüfte Informationen. Trotzdem bleibt der journalistische Charakter von Blogs, Wikis und Co. prekär. Gleichzeitig zögern traditionelle journalistische Angebote bei der Übernahme von Praktiken wie etwa der Veröffentlichung oder Verlinkung von Quellen.

Das Panel steigt am Freitag, 14. Mai, um 17 Uhr im Haus der Musik. Schaut vorbei!

Tagung: »Geben und Schenken: Gabenökonomie im Horizont der Digitalisierung« [Update]

Nach einer hybrid veranstalteten Vorkonferenz im April 2021 darf ich am 18. März wieder gemeinsam mit Felix Stalder und Jasmin Schreyer im Rahmen einer Tagung zu “Gabenökonomie im Horizont der Digitalisierung” zu Thema “Praktiken des Gebens und Teilens in der digitalen Ökonomie” diskutieren. Aus der Ankündigung der Tagung:

»Open source«, »file-sharing«, »crowdfunding«, »peer production« – die Welt der digitalen Kommunikation ist voller Wirtschaftspraktiken, die dem Geben und Schenken näher sind als dem Marktkauf. Im Horizont der Digitalisierung wird eine Wirtschaftswissenschaft notwendig, die, um mögliche Entwicklungen einer global vernetzten Kooperationsgesellschaft zu reflektieren, das Paradigma der endlos unabgeschlossenen Gabe zwischen miteinander verbundenen Personen gelten lässt.

Tagung ist hybrid und kann hier im Livestream via Zoom verfolgt werden.

[Update, March 3, 2022] A brief summary of my remarks can be found over at the Governance Across Borders blog. [/Update]

Montagsfrühstück im Literaturhaus zum Thema “Infodemie: Wissen, Glauben, Denken, Schreiben”

Literaturhaus am Inn (Foto: Luftschiffhafen, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Leonhard Dobusch)

Am Montag, 25. April 2022, darf ich ab 9:00 Uhr im Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Str. 5, mit der Schriftstellerin Andrea Winkler das traditionelle Montagsfrühstück bestreiten. Aus der Ankündigung zur Veranstaltung:

Die Corona-Pandemie macht einmal mehr deutlich, dass unsere Gesellschaft tief in einer so genannten „Infodemie“ steckt. Aufgrund einer Flut an Falschinformationen und Fake-News, die sich vor allem in den sozialen Medien rasant verbreiten, verlieren komplexe und wissenschaftlich belegte Fakten an Glaubwürdigkeit. Was ist objektiv, was ist subjektiv? Was Wissen, was Glauben? In diesem Montagsfrühstück sollen unter anderem Wege und Mittel diskutiert werden, wie das Vertrauen in die Wissenschaften zurückgewonnen werden kann, aber auch, welche Konsequenzen dies für Autorschaft und für das literarische Schreiben hat.

Eintritt ist frei, Anmeldung beim Veranstalter ist bis 25.04.22 erforderlich.

Zu Gast im Dolomitenstadt-Podcast: “Krise der Wissenschaft: Wem kann man glauben?”

Florence Lang und Leonhard Dobusch bei der Podcast-Aufzeichnung

In der Beschreibung zu dem gut 45 Minuten langen Podcast auf Dolomitenstadt.at zum Thema “Krise der Wissenschaft: „Wem kann man glauben“?” heißt es:

Wie nie zuvor scheinen sich gerade in der aktuellen Pandemie-Diskussion zwei Wahrheiten unversöhnlich gegenüberzustehen. Was ist nun wirklich wahr, was falsch? Wie kann man als Leser, als Leserin den Wahrheitsgehalt von Nachrichten überprüfen? Es ist keineswegs unmöglich, sich zu orientieren. Im Gegenteil.

Der Podcast lässt sich hier direkt nachhören und ist als MP3-Download frei verfügbar.

Vortrag beim WZB Coronacolloquium: »Wissenschaft und Aktivismus: (k)ein Widerspruch?«

Ist eine klare weltanschauliche Position mit wissenschaftlichen bzw. journalistischen Gütekriterien vereinbar? Diese Frage stellt sich in Zeiten von zunehmende Bedeutung von Wissenschaftskommunikation und “Third Mission” längst nicht nur mehr Think Tanks sondern auch (außer-)universitären Forschungseinrichtungen ganz allgemein. Dabei zeigt sich, dass eine Abgrenzung zwischen “Outreach” und “Knowledge Transfer” einerseits und “politischem Aktivismus” andererseits nicht nur schwierig, sondern grundsätzlich verfehlt ist. Aktivismus-Vorwürfe verkennen vielmehr, dass sich normative Fragen von der Themenstellung über Theorie- und Methodenwahl bis hin zur Ergebnisinterpretation durch den gesamten wissenschaftlichen Erkenntnisprozess ziehen.

Meinen Vortrag zu diesem Thema im Rahmen des Coronacolloquiums das Wissenschaftszentrum Berlin gibt es hier zum Nachhören und Nachlesen.

New Paper: »The Structural Transformation of the Scientific Public Sphere: Constitution and consequences of the path towards Open Access«

The key argument of the paper as a meme

I am happy to share an English version of the Leviathan article published by Maximilian Heimstädt and myself on the preconditions and pitfalls of the path towards Open Access publishing as a Weizenbaum working paper entitled “The Structural Transformation of the Scientific Public Sphere: Constitution and consequences of the path towards Open Access”. The abstract reads as follows:

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New Article: »From Becoming to Being Digital: The Emergence and Nature of the Post-Digital«

Foto: Leonhard Dobusch, CC BY 4.0

The article published in the journal i-com is based upon a revised transcript of an online discussion among four co-authors with different disciplinary backgrounds: Benjamin Müller (University of Lausanne) is an information system scholar, Sarah Diefenbach (LMU Munich) is a psychologist, Katharina Baer is a practitioner co-organizing a media conference series and myself as an organization scholar. What we all share is an interest in digital transformation, which led us to the topic of the article “From Becoming to Being Digital: The Emergence and Nature of the Post-Digital”. Specifically, we discuss the following questions:

Thus, if digitalization as a phenomenon is transitory, what should we expect in society, business, and science once this turn is complete? What will a world that is digitalized look like? And until then, how do we deal with the challenges that increasingly far-reaching digitalization seems to pose for us today? In short, how can we approach an understanding of the post-digital, even today?

Müller et al. (2021: 319)

In case you or your institution does not have access to the full text of the article, please do not hesitate to contact me.

New Article in Long Range Planning: »Open about organizational failure«

Foto: Nong Vang via Unsplash

After what had begun as the supervisor of Nils Köster‘s master thesis when I was still at Freie University of Berlin has finally resulted in a publication, together with co-authors Erik Schäfer (also FU Berlin) and Christoph Seckler (ESCP). The article “Open about organizational failure: A communication perspective on postmortem impression management” has been accepted for publication in Long Range Planning and shows how postmortem statements of failed startup founders may lead to what we call an “organizational afterlife”:

Being open about failure as an entrepreneur is an increasingly common practice in and beyond startup communities, for example by proactively and strategically crafting public statements to frame subsequent failure conversations. Combining an impression management perspective with an analysis of communicative genres of failure narratives, we empirically investigate postmortem statements of failed entrepreneurs. Shifting the discourse from the (content of the) failure narratives towards considering its broader communicative context, we show how genres emerge from patterns of failure narratives and impression management strategies. Our analysis suggests that subgenres of postmortem statements represent different forms of openness about failure, and some subgenres in particular contribute to establishing an ‘organizational afterlife’ as a potentially long-lasting impression management strategy.

The journal pre-proof version is already available at the journal’s website. In case you don’t have access please contact me and I will be happy to provide you with a copy.