Konferenz zur “Zukunft der Prognostik” in Erlangen

Am Internationalen Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg findet von 23.-24. Juli eine Konferenz zum Thema “Die Zukunft der Prognostik: Was wir heute und morgen vorhersagen können”. Hier der Link zum Programmplakat als PDF. Weitere Informationen und Registriertungsmöglichkeit unter ikgf.uni-erlangen.de/zukunft-der-prognostik.

Diskussion zu Wirtschaftswissenschaftlicher Lehre an HWR Berlin: “Fit für die Zukunft?”

Am 3. Juni 2019, 19:30-21:00 darf ich gemeinsam mit Larissa Bleckwehl (HR Business Partner) an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht zum Thema “Fit für die Zukunft? Was braucht die wirtschaftswissenschaftliche Lehre?” diskutieren (PDF der Ankündigung). Thema wird dabei unter anderem die Frage nach Pluralismus hinsichtlich Theorien und Methoden sein. Aus der Ankündigung der Veranstaltung:

Finanzkrise, Klimawandel und digitale Revolution: Die Welt befindet sich im Umbruch, doch in den Seminarräumen gilt business as usual? Die wirtschaftswissenschaftliche Lehre wird von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren kritisiert – nicht nur in Deutschland. Sie sei realitätsfremd und einseitig. Braucht es deshalb mehr Pluralismus in den Wirtschaftswissenschaften, also eine Vielfalt der Disziplinen, der Perspektiven und Methoden?  Welche Kompetenzen soll das wirtschaftswissenschaftliche Studium heute vermitteln, damit die Studierenden gut vorbereitet sind für das Leben nach der Hochschule? Ist die HWR gut für die zukünftigen Herausforderungen aufgestellt und was ist noch zu verbessern?

Looking back on the 10th Sociology of Conventions Workshop in Innsbruck

Guillemette de Larquier, Kenneth Horvath, Lisa Knoll, Rainer Diaz-Bone, Julia Brandl

From April 26-27, 2019, the 10th Sociology of Conventions Workshop with the topic “Conventions@Work” took place at University of Innsbruck. Together with Bianca Schoenherr, Katharina Zangerle provides a summary of key discussion points of the workshop over at the blog “Économie des conventions“:

Variety in regard to disciplines (e.g., Sociologist, Economists, Historians), origin (e.g., France, Switzerland, Germany, France and Austria), empirical interests (e.g., from migration, health, the digital, social policy, science, farming, to intellectual property regulations and information security…), but connected through the common theoretical perspective, characterized the audience composed of about 35 scientists. Besides, it was the workshops format, which allowed the presenters adequate time (45 minutes) to make clear their arguments and respond to the assigned discussants’ and audiences’ responses of different sorts, that triggered the discussion. The following overview serves to communicate current developments in the community, but makes no account to be complete.

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Re:publica 2019: Digitale Öffentlichkeit zwischen Sender-Silos, Public Value und öffentlich-rechtlichen Ökoystemen

Wie im letzten Jahr war ich auch 2019 bei der Digitalkonferenz re:publica in Berlin, um als Organisationsforscher und als Mitglied des ZDF Fernsehrats zu Themen rund um neue digitale Öffentlichkeiten sprechen. Konkret durfte ich einen Vortrag halten, bei zwei Panels und einem Live-Podcast mitdiskutieren.

Ganz allgemein stand die re:publica dieses Jahr unter dem Motto “tl;dr”, kurz für “too long; didn’t read” und neben dem wie üblich spannenden Vortragsprogramm waren es viele kleine Dinge, die mir 2019 besonders gut gefallen haben. So wurde dem Motto entsprechend der Doppelpunkt im Logo durch einen Strichpunkt ersetzt, es zog sich der Volltext des wohl bekanntesten “tl;dr”-Werks Moby Dick als Installation durch die Hallen und beim Konzert der Band Tubbe am zweiten Abend wurden deren Texte live auf der Bühne von einer Gebärdendolmetscherin quasi vorgetanzt. Außerdem gab es eine durchgehende Live-Lesung des ebenfalls schier endlosen und sehr unterhaltsamen Techniktagebuchs, das 2019 genauso wie ich mit “Neues aus dem Fernsehrat” für den Grimme Online Award nominiert ist. Im folgenden eine kurze Übersicht über meine re;publica-Auftritte dieses Jahr:

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Die Verfinsterung des digitalen Traums: Shoshana Zuboffs Analyse des “Überwachungskapitalismus”

Bei diesem Text handelt es sich um die deutsche Fassung einer Rezension, die in gekürzter Form und auf Englisch im Journal Organization zur Veröffentlichung angenommen ist erschienen ist. Von Richard Weiskopf.

Erinnern Sie sich an den Skandal, um den Ge- und Missbrauch von Facebook-Profilen durch die Firma Cambridge Analytica? Oder daran, wie vor allem um 2016 herum Horden von Menschen, meist junge, umherzogen, begeistert und wie ferngesteuert auf der Jagd nach dem „Pokèmon“? Waren auch Sie überrascht zu hören, dass die (österreichische) Post mit den Daten ihrer Kund_innen einen regen Handel betreibt? Waren Sie auch schon erstaunt darüber, wie genau Amazon über Ihre Wünsche Bescheid weiß? Waren auch Sie schon in Versuchung, den smarten Kühlschrank über die Einkaufsliste entscheiden zu lassen oder das Smartphone über den idealen Heimweg? Erscheinen Ihnen solche Phänomene zuweilen als unheimlich oder gar bedrohlich?

Shoshana Zuboff, ihres Zeichens emeritierte Professorin für Business Administration in Harvard, ist in ihrem neuen Buch dieser Erfahrung nachgegangen und sie fragt nach den Kräften, die sie hervorbringen. Das Buch ist eine Fortsetzung von Work in the Age of the Smart Machine, ihrem grundlegenden Werk aus dem Jahr 1988. Hier studierte sie Veränderungen, die sich in der Arbeitswelt durch die Automatisierung und Informatisierung abzeichnen. Als eine der ersten Autor_innen erkannte sie schon damals das panoptische Potenzial der modernen Informationstechnologie. Seither sind mehr als drei Jahrzehnte vergangen. Es wurde nicht nur das Internet erfunden (und zunehmend als Geschäftsfeld erschlossen); auch die Möglichkeiten und Potentiale der Erfassung, Speicherung und Verarbeitung von Daten haben sich exponentiell erweitert. „Big Data“ verspricht nichts weniger als eine „Revolution“, die „die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und denken“ fundamental transformiert (Mayer-Schönberger & Cukier, 2013). Während optimistische Szenarien die großartigen Möglichkeiten von „data-rich markets“ hervorheben (Mayer-Schönberger & Ramge, 2018), warnen Kritiker_innen vor den Gefahren, die mit der „Datafizierung“ einhergehen. Mit den neuen digitalen Möglichkeiten ist die Überwachung vielfältig und „flüchtig“ geworden (Bauman & Lyon, 2013), sie dringt in alle Bereiche des Alltags vor und prägt die „surveillance culture(s)“ (Lyon, 2018; Harding, 2018) der Gegenwart.

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Save the date for the OS ConJunction Day 2019

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Picture: Andreas Lischka on Pixabay

This year’s OS ConJunction Community day with the topic „Creativity and Organizing“ will take place in Innsbruck on Friday, November 29 from 3:00 p.m.

Information about the exact location and the program will follow soon. As always, we are looking forward to spend a good time with the Organization Studies Innsbruck community, with interesting talks, discussions and, of course, the after party.

Please save the date, we are looking forward to seeing you!

SWR2 Forum zum Thema »Ist Wikipedia noch zu trauen?«

Gemeinsam u.a. mit Kollegen Christian Stegbauer (Uni Frankfurt) durfte ich in der Reihe SWR2 Forum eine knappe Stunde lang zum Thema “Veraltet, manipulativ, fehlerhaft – Ist Wikipedia noch zu trauen?” (MP3-Download, ca. 40 MB) diskutieren. Die Teilnehmenden wurden dazu virtuell aus Frankfurt, Berlin und Mainz (wo ich zum Zeitpunkt der Aufzeichnung war), zusammengeschaltet. Aus der Ankündigung:

Seit Jahren gehört sie zu den zehn beliebtesten Websites der Deutschen. Jede und jeder nutzt sie, Schüler und Studenten kommen ohne sie nicht mehr aus, dabei lassen die meisten Einträge wissenschaftliche Standards vermissen, weil sie ehrenamtlich von Laien verfasst sind. […] Doch seit geraumer Zeit mehren sich Zweifel an den Inhalten des unbezahlten Mitmachlexikons: Immer häufiger sind Artikel veraltet. Die Zahl der Autoren hat sich binnen zehn Jahren halbiert. Was ist da los?

Zumindest die Frage im Titel, ob der Wikipedia “noch zu trauen” ist, hat mich dabei schmunzeln lassen. Denn das zeigt, wie sehr sich das Bild der freien Enzyklopädie gewandelt hat. In den ersten Jahren war die Frage nämlich, ob einem derartigen Freiwilligenprojekt überhaupt zu trauen ist. Meine Antwort ist denn auch, dass Wikipedia-Inhalte heute wie damals exemplarisch dafür sind, dass Wissen immer ausgehandelt, vorläufig und potentiell falsch sein kann, die Wikipedia diese Eigenschaften von Wissen aber sehr explizit und nachvollziehbar macht.