Neuer Buchbeitrag: ‘Freie Lizenzen und öffentlich-rechtliche Medien: Wettbewerbspolitische Dimensionen’

Eine meiner letzten Tagungsreisen vor Corona führte mich 2020 nach Radein in Südtirol. Dort treffen sich seit über 50 Jahren vor allem ordoliberale Ökonom:innen zum Seminar Radein und verstehen sich laut Selbstbeschreibung als “ältester ordnungspolitischer ‘Think Tank’ in Europa”.

Ich durfte dort einen Vortrag zum Thema “Freie Lizenzen und öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Wettbewerbspolitische Dimensionen” halten (siehe Slides), der nun auch als Buchbeitrag in einem von Oliver Budzinski, Justus Haucap, Annika Stöhr und Dirk Wentzel herausgegebenen Sammelband “Zur Ökonomik von Sport, Entertainment und Medien: Schnittstellen und Hintergründe” erschienen ist.

Aus der Einleitung:

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Panelist beim “Public Value Tag” des ORF zum Thema “Public Service Internet”

Genau zum Start des Wintersemesters, konkret am 4. Oktober 2021, präsentiert der ORF den jährlichen Public-Value-Bericht im Rahmen eines ganzen “Public Value Tags”. Ich darf im zweiten Panel zum Thema “Public Service Internet” mit Simone Grössing (ORF Denkraum), Christoph Neuberger (FU Berlin und Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft) sowie Susanne Pfab (ARD-Generalsekretariat) diskutieren.

Um 10.00 Uhr geht es los im Radiokulturhaus in der Argentinierstraße in Wien und als Livestream unter zukunft.orf.at.

Für den Public-Value-Bericht habe ich außerdem gemeinsam mit Ricardo Parger einen Beitrag zum Thema “Formen digitaler Publikumseinbindung: Potentiale für öffentlich-rechtliche Medien” verfasst. Sobald er online verfügbar ist, werde ich ihn hier verlinken.

New Article in RSO: “Between Anxiety and Hope? How Actors Experience Regulatory Uncertainty in Creative Processes in Music and Pharma”

We, that is Katharina Zangerle, Konstantin Hondros, Sigrid Quack, myself, have recently contributed to an issue in “Research in the Sociology of Organizations” on “Organizing Creativity in the Innovation Journey”. The article is based upon data collected in the course of our joint DFG-funded research project on “Organizing Creativity under Regulatory Uncertainty: Challenges of Intellectual Property”. The photo below was obviously taken pre-pandemic but captures quite nicely the exhausted happiness we feel right now. And feelings and emotions is also what our article is about.

In our article “Between Anxiety and Hope? How Actors Experience Regulatory Uncertainty in Creative Processes in Music and Pharma” we approach the issues of what rules and uncertainty have to do with creativity, with distinct professions navigating and organizing creators’ related emotional experiences.

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Neuer Artikel in Leviathan: “Strukturwandel der wissenschaftlichen Öffentlichkeit: Konstitution und Konsequenzen des Open-Access-Pfades”

Gemeinsam mit Maximilian Heimstädt durfte ich einen Beitrag zum brandneuen Leviathan-Sonderband “Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?” beisteuern. In unserem Beitrag analysieren wir “Konstitution und Konsequenzen des Open-Access-Pfades” als einen zentralen Prozess im “Strukturwandel der wissenschaftlichen Öffentlichkeit”.

Unsere zentrale These: Erst neue und teilweise illegale Akteure wie Schattenbibliotheken (z.B. Sci-Hub) und Preprint-Server haben es ermöglicht, die Pfadabhängigkeit des wissenschaftlichen Publikationsmarkts zu brechen und auf breiter Front (z.B. Projekt DEAL) Open-Access-Ansätzen zu forcieren. Nur weil Wissenschaftler:innen trotz der Kündigung von Rahmenverträgen mit #Elsevier & Co weiterhin einfachen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur hatten, konnten Unis und andere Forschungseinrichtungen auch längerfristig so einen vertragslosen Zustand durchhalten.

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“Vorhersageprodukte“: Algorithmische Entscheidungsfindung, Profiling und die Kapitalisierung des Werdens

Richard Weiskopf, Institut für Organisation und Lernen, Universität Innsbruck

Im Kontext des “Überwachungskapitalismus” werden digitale Spuren in Profile bzw. “Vorhersageprodukte” umgewandelt. Da jedes Stück Daten für irgend jemanden von potenziellem Wert ist, kann auch jedes Versatzstück in irgendeinem Profil landen, das für irgendjemanden von Nutzen ist und daher verkauft werden kann. Auf die Monetarisierung der Daten haben sich verschiedene Databroker, Directmarketer und andere Organisationen und Unternehmen spezialisiert, die eine Expertise in der Verarbeitung, Analyse und Verwertung von Daten haben. Auf der Basis scheinbar rationaler und neutraler Berechnungen verwandelt das „new profiling“ das offene Werden in eine kalkulierte Zukunft, die zu einer profitablen Quelle der Generierung von Einkommen und Kapital wird.

Dass wir uns im Visier bestimmter Organisationen befinden und Zielscheiben von Profiling- und Vorhersagemaschinen sind, wird uns häufig nur sporadisch bewusst. Beispielsweise dann, wenn wir eine individualisierte oder personalisierte Nachricht von unbekannter Stelle erhalten, wenn uns ein maßgeschneidertes Produkt angeboten wird, wenn wir am Flughafen oder an der Grenze angehalten werden und als Risiko oder potentieller Terrorist “erkannt” werden; es wird uns auch dann bewusst, wenn uns der Zugang zu öffentlichen Räumen, Versicherungsleistungen, begehrten Stellen oder Positionen, zu Krediten, Dienst- oder Sozialleistungen etc. verwehrt wird, weil wir (bzw. unser Profil) nicht zu den im Vorfeld von anonymen Instanzen definierten Kriterien passen. So wird auf der Basis von Prognosen eine mögliche Zukunft verbaut. Als eine Form der instrumentären Macht Vorhersageprodukte den ethisch-politischen Raum der Imagination und potentiellen Transformation zum Verschwinden. Der kritischen Forschung geht es darum, diesen verdeckten Raum sichtbar zu machen und damit eine Problematisierung der Wirkungen und Effekte dieser Verfahren in Gang zu setzen.

Zum Volltext hier entlang.

Werkstudent/in gesucht: Projekt “Talents – Lost in Transition?”

Unter Leitung von Stephan Laske, ehemaliger Professor am Institut für Organisation und Lernen, plant die TMAG ein qualitatives Forschungsprojekt zum Thema Bindung von hochqualifizierten Mitarbeiter:innen und sucht dafür eine/n Werkstudent/in. Aus der Ausschreibung (PDF):

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, welche Gründe dazu führen, dass sich Mitarbeiter*innen in Organisationen trotz herausfordernder Aufgabenstellungen, guter Bezahlung, konkreter Fördermaßnahmen, einem angenehmen Arbeitsklima und interessanter Karriereperspektiven (z.B. Nominierung als Talent oder Potenzialträger*innen) gegen eine Weiterführung ihres Beschäftigungsverhältnisses entscheiden. Darüber hinaus wollen wir erfahren, welche Einstellungen und Verhaltensweisen die Talente von Seiten der Organisation erwarten, damit sie sich längerfristig an die Organisation binden wollen.
Als Forschungsmethodik stellen wir uns eine qualitative Studie vor, in deren Rahmen ca. sieben Tiefeninterviews mit Betroffenen geführt werden.

Bewerbungsfrist ist der 25. August 2021.

New Article in SBUR: “How do Potential Applicants Make Sense of Employer Brands?”

Source: Auer et al. (2021: 64)

Manfred Auer, together with Gabriele Edlinger and Andreas Mölk, has just published an article addressing the question “How do Potential Applicants Make Sense of Employer Brands?” in the newly merged Open Access journal of the German Academic Association of Business Research (VHB):

The aim of this paper is to investigate processes of subjective employer brand interpretations. We draw on the first-person perspectives of sought-after applicants who articulated their thoughts while being exposed to employer brand material and on subsequent in-depth interviews with the study participants about their assessments of the various employers’ attractiveness. Sensemaking as a theoretical framework to understand meaning-making in processes of actors’ engagement with artifacts is employed to analyze this qualitative data. Based on our empirical findings, we present a process model that illustrates how potential applicants make sense of employer brands. This dominant sensemaking journey includes three different stages: exploring the employer brand material, constructing a plausible employer image and assessing employer attractiveness. However, this trajectory is neither the only possible way nor completely linear and predictable since deviations, particularly the complete breakdown of making sense of employer brand material, are possible.

Check out the full text here.

New Article in RSO: Striving for societal impact as an early-career researcher

Heroic, non-heroic and post-heroic perspective on societal impact (Source: Friesike et al., 2021)

When we think about societal impact of researchers, we mostly have prominent senior scholars in mind. In an article forthcoming in Research in the Sociology of Organizations (RSO), Sascha Friesike, Maximilian Heimstaedt and I have taken a different focus and reflected on “Striving for societal impact as an early-career researcher”. Before we arrive at our post-heroic perspective on impact (see Figure above), we discuss 5 common concerns early-career researchers commonly struggle with when considering impact work.

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WDR-Dokumentation “Der Kaufhauskönig” über Tiroler Immo-Milliardär René Benko

Die WDR-Journalisten Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann haben eine knapp einstündige Dokumentation mit dem Titel “Der Kaufhauskönig” über Aufstieg und Geschäftspraktiken des Tiroler Immobilienunternehmers René Benko gedreht. Sie wurde Anfang der Woche in der ARD ausgestrahlt und ist jetzt in der ARD-Mediathek abrufbar.

Gegen Ende hin durfte ich kurze O-Töne mit einer Einschätzung zur Bilanz von Benkos “Signa Prime Selection AG” beisteuern, im Moment Magazin habe ich die Ergebnisse meiner Analyse etwas ausführlicher festgehalten. Hintergrund für meine Befragung ist meine Forschung gemeinsam mit Sebastian Botzem zu finanzialisierten Geschäftsmodellen in der Immobilienbranche.

“Message control” or “frank speech” as a response to Corona crises management?

An essay by Richard Weiskopf

The success of the “measures” proposed by the government to contain and control the Corona virus depends to a large extent on the willingness of the population to go along with these “measures.” This willingness is contingent on a variety of factors. In this post, I pick out one factor that has a significant influence: the communication behavior of the government, or the communicative relations between the governed and the governed. I would like to briefly introduce two different models and put them up for discussion: that of strategic communication and that of frank speech.

Strategic communication and message control

In political and organizational communication, “strategic communication” is often offered as the means of choice when it comes to implementing “measures” efficiently. This model recommends that organizations and governments communicate strategically to various stakeholders. Messages and news that the organization/government sends out should be clearly structured, formulated uniformly and without contradiction, and sent out with the aid of suitable media.

In terms of communication theory, this idea is based on the classic sender-receiver model developed by the mathematicians Shannon and Weaver in the USA in the 1940s. The aim here was to explore how a message defined by a sender can be transported to a receiver in an efficient manner.

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