Rund um den #35C3: Vortrag und Interview in der FAS

Bühne beim 35. Chaos Communication Congress (#35C3) in Leipzig

Seit mittlerweile gut zwei Jahren kann ich als Vertreter für den Bereich “Internet” im ZDF Fernsehrat Digitalisierungsprozesse und -schmerzen in großen, bürokratischen Organisationen quasi aus der Nähe beobachten und auch ein kleines bisschen mitgestalten. Eine der Organisationen, die mich für den Fernsehrat nominiert hatten, ist der Chaos Computer Club (CCC). Dieser Verein mit über 9.000 computer- und technikinteressierten Hackern veranstaltet einmal im Jahr – immer zwischen Weihnachten und Silvester – einen großen, komplett ehrenamtlich organisierten Kongress, den Chaos Communication Congress. Dieses Mal fand der Congress bereits zum 35. Mal – deshalb auch der Hashtag “#35C3” – statt und ich durfte einen Vortrag mit dem Titel “Chaos im Fernsehrat” beisteuern.

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Ö1 Dimensionen »Von Elsevier zu Open Access«

In der jüngsten Folge der Reihe Dimensionen widmet sich Ö1-Journalistin Tanja Malle dem Thema (Hürden am Weg zu) Open Access in der Forschung. Aus der Beschreibung:

2017 machte Elsevier bei einem Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro eine Milliarde Gewinn. Weil Wissenschafter/innen und Forschende auf die Publikation in den renommierten Journalen angewiesen sind, bekommt Elsevier deren wissenschaftliche Papers de facto gratis. Da diese Forschung größtenteils vom Staat finanziert wird, macht Elsevier öffentlich finanziertes Wissen zu Geld. Gegen diese Politik regt sich nun zunehmend Widerstand. In Deutschland haben sich mehr als 200 Hochschulen, Forschungsinstitute und Bibliotheken zusammengeschlossen und bauen Druck auf, indem sie Elsevier-Abonnements auslaufen lassen. Sie fordern Open-Access-Lösungen

Ich durfte zu der Sendung auch einige O-Töne beisteuern und mich dabei unter anderem als bekennender Sci-Hub-Nutzer ohne diesbezüglich schlechtes Gewissen outen. Eine Woche lang ist die Sendung noch frei zum Nachhören online. (Leider sind ja auch die Radiosendungen von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbietern wie Ö1 nicht auch dauerhaft Open Access zugänglich 😉 ).

Interview mit Deutschlandfunk Kultur zu »Deutschland vs. Elsevier«

Lesesaal der Universitätsbibliothek der Universität Innsbruck (via)

Ein Bereich, in dem Fragen organisationaler Offenheit bereits seit längerem intensiv diskutiert werden, ist die Wissenschaft selbst: warum sind öffentlich-finanzierte und von großteils öffentlich-finanzierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern begutachtete Forschungsbeiträge nicht weltweit offen zugänglich?

Ein Ansatz, um größere Offenheit zu ermöglichen, sind kollektive Verträge zwischen Wissenschaftseinrichtungen und Wissenschaftsverlagen, die nicht nur den Zugang zu Zeitschriften sondern auch die Veröffentlichung von Beiträgen der AutorInnen ebendieser Einrichtungen umfassen. In Österreich gibt es beispielsweise eine derartige Vereinbarung zwischen dem Verlag SpringerNature und österreichischen Universitäten. In den Niederlanden gibt es noch weitreichendere Vereinbarungen mit allen großen Verlagen. Über die Verhandlungen auch in Deutschland zu einer umfassenden Open-Access-Vereinbarung zu kommen, habe ich kürzlich mit Deutschlandfunk Kultur gesprochen, das Interview (MP3) und Auszüge davon in Artikelform sind auch online verfügbar. Aus der Einleitung: Continue reading “Interview mit Deutschlandfunk Kultur zu »Deutschland vs. Elsevier«”

Ö1-Dimensionen zum Thema »Ware Wohnraum«

Bild: extrabrandt (CC0)

In der Ö1-Reihe “Dimensionen” vom 16.01.2018 widmete sich Redakteurin Juliane Nagiller der “Ware Wohnraum“. Zum Einstieg durfte ich in diesem Zusammenhang über Ergebnisse meines Artikels über finanzialisierte Geschäftsmodelle in der Immobilienwirtschaft sprechen. Aus dem Artikel zur Sendung: Continue reading “Ö1-Dimensionen zum Thema »Ware Wohnraum«”

Magazin »Zukunft Forschung« zum Thema »Offenes Wissen«

Zukunft Forschung, das Magazin für Wissenschaft und Forschung der Universität Innsbruck, widmet sich in seiner neuesten Ausgabe dem Schwerpunktthema “Offenes Wissen”. Und weil sich auch bei digitalen Technologien Offenheit nicht von alleine einstellt, habe ich mit Melanie Bartos über das Thema “Offenheit organisieren” gesprochen (PDF des Interviews). Auszug daraus:

ZUKUNFT: Welche Perspektiven sehen Sie für diesen Weg hin zu mehr Öffnung?
DOBUSCH: Um bei dem Beispiel mit Universitätsverlagen zu bleiben: Früher war die Rolle von Universitätsbibliotheken vor allem, ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Zugang zum Weltwissen zu organisieren. Vielleicht ist es jetzt umgekehrt: Die Bibliothek muss der Welt Zugang zum Wissen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihrer Einrichtung ermöglichen. Da findet eine Redefinition von Rollen statt. Auch wenn die Organisation von Offenheit mit Aufwand verbunden ist, lohnt es sich auf jeden Fall: Gerade der offene Zugang zu Wissen ist gesamtgesellschaftlich von großem Wert. Meiner Ansicht nach geht es nicht mehr um die Frage, ob wir offen sein sollen, sondern wie wir diese Offenheit gestalten.

Die gesamt Ausgabe lässt sich online lesen.

 

Neue Studie: Perspektiven für Open Educational Resources in Nordrhein-Westfalen

Innerhalb der bestehenden Rahmenbedingungen verstärkt die zunehmende Digitalisierung von Lehrmaterial zwei bestehende Probleme an Schulen: Zum einen gefährdet die Verbreitung von minderwertigen oder tendenziösen aber kostenfreien Onlinematerialien das Neutralitätsgebot der schulischen Lehre. Zum anderen bewegen sich LehrerInnen und SchülerInnen im alltäglichen Umgang mit Material mehr und mehr in urheberrechtlichen Graubereichen. In einer kürzlich veröffentlichten Studie (PDF, PDF-Kurzfassung) für das Forschungsinstitut für Gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) habe ich gemeinsam mit Leonhard Dobusch Vorschläge dazu entwickelt, wie beide Probleme durch eine Öffnung der Lernmittelfinanzierung für Open Educational Resources adressiert werden können.

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Drei Fragen in drei Minuten: Video zur Entstehung von Blasen im Immobilienbereich

Zu dem im Juni in der Zeitschrift “Accounting, Organizations and Society” erschienen Beitrag über finanzialisierte Geschäftsmodelle in der Immobilienbranche ist jetzt auch auf der Webseite der Universität Innsbruck ein Beitrag erschienen: “Immobilien: Vom Entstehen der Blase“.

In diesem Kontext durfte ich auch in einem kurzen Interview die Kernerkenntnisse und Ableitungen des Beitrags in Videoform zusammenfassen. Entscheidend für Regulierung ist der Fokus auf Gebühren, kurz: Follow the fees!

Quelle und Link zum Beitrag, um den es geht: Botzem, S., & Dobusch, L. (2017). Financialization as strategy: Accounting for inter-organizational value creation in the European real estate industry. Accounting, Organizations and Society, im Druck.